Stark gegen Süchte

Suchtprävention in Jahrgang 7 der Nelson - Mandela - Schule

Präventionsarbeit ist ein großer Bestandteil unserer sozialpädagogischen Arbeit. Sie setzt grundsätzlich ein, bevor ein Problem entsteht. Wir möchten Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenwerden und in ihrer Entwicklung positiv unterstützen. Hier können wir für alle Schüler gleichermaßen Ansprechpartner sein. Jugendliche finden anziehend, was cool ist – also auch Computer-/ Handyspiele, Shisha und noch vieles mehr. Eine „Suchtgefahr“ wird nicht immer als eine solche wahrgenommen. Den „Blick öffnen“, Gefährdungen für sich und andere erkennen, „fest“ werden und „Selbstsicherheit“ gewinnen sind Ziele, die wir Sozialpädagoginnen zusammen mit der Drogenberatungsstelle Rheine mit dem Projekt „Stark gegen Süchte“ in der Jahrgangsstufe 7 in Angriff genommen haben.

Unser Projekt lief für jede 7. Klasse über 2 Tage und wurde von Nadine Wolters (Mitarbeiterin der Drogenberatung der Stadt Rheine) maßgeblich geleitet. Unterstützt wurden wir jeweils durch 2 SaM-Schüler aus Jahrgang 8.

Unsere SaMs in Aktion

Persönlichkeitsentwicklung als Suchtprävention

Suchtprophylaxe ist längst nicht mehr Abschreckung oder bloße Aufklärung. Sie versucht vielmehr, die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen zu unterstützen. Die Jugendlichen sollen die Belastungen ihrer Umgebung bewältigen, mit den Risikofaktoren in ihrem Umfeld umgehen lernen und ihre eigene Persönlichkeit entwickeln und stärken, ebenso wie sie Genussfähigkeit und Lebensfreude entwickeln können.

Mangelhafte Sozialkompetenz ist ein wesentlicher suchtfördernder Faktor. Ein Lebenskompetenzprogramm hat somit präventiven Charakter. Den Jugendlichen sollte deutlich werden, dass sie alltäglich mit Genussmitteln und Suchtmitteln in Kontakt kommen und dass diese einen festen Patz in unserer Gesellschaft haben.

Arbeit mit dem Suchtsack

Aus einem „Suchtsack“ zogen die Schüler zunächst blind Gegenstände wie z.B. Spielchips, eine Kalorientabelle, eine Tablettenpackung, ein Handy… und erzählten, was sie damit in Verbindung bringen.

Die Gegenstände wurden in stoff- und stoffungebundene Süchte eingeteilt und legalen und illegalen Drogen zugeordnet. Es entstanden viele Fragen wie: „Welche Stoffe machen süchtig?, Wie hoch ist der Suchtfaktor z.B. von Handys?, Worauf kann ich verzichten und worauf nicht?, Was ist Sucht überhaupt?“.

Die Arbeit mit dem Suchtsack

Konfliktlösungsstrategien und mit der Umgang mit Gruppendruck („Nein sagen“) sollte in Rollenspielen geübt werden. In Kleingruppen spielten die Schüler Szenen zum Thema Gruppendruck und Alkoholmissbrauch nach. Die Teilnehmer konnten dabei auf vorgegebene Geschichten zurückgreifen, Gefühle nachempfinden und spielerisch zum Ausdruck bringen. Die Schüler entfalteten und erprobten so ihre emotionale Kompetenz. Die Präsentation auf der Bühne sollte das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der Jugendlichen stärken. Sie mussten sich aber auch dem Lob und der Kritik des Publikums stellen.

Miteinander reden und kooperieren

Im weiteren Verlauf sollten die Schüler spielerisch lernen, miteinander zu kommunizieren, zu kooperieren, ihre Meinung vor den anderen zu vertreten und die Meinungen und Hinweise der anderen zu akzeptieren.

Mit verschiedenen Übungen wie „Leonardos Bridge“, „Amazonas Überquerung“, „Würfel tragen“ oder „ rettet das Wasser“ sollten die Schüler ein gutes Gespür dafür bekommen, wie wichtig diese Fähigkeiten im Miteinander sind. Ihre Planungs- und Problemlösungskompetenz wurde auf den Prüfstand gestellt.

Abgerundet wird unser Präventionsprojekt noch mit einem Besuch in der Drogenberatungsstelle, wo den Schülern die konkrete Arbeit der Mitarbeiter vor Ort vorgestellt wird. Für die Beantwortung offen gebliebener oder weitergehender Fragen ist hier auch noch Zeit.

Von Gabriele Mönning und Tanja Gosling